Geriatrisches Assessment

Das multidimensionale geriatrische Assessment dient der Erfassung der Probleme, aber auch der Feststellung erhaltener Funktionen des älteren Patienten. Es ist ein diagnostischer Prozess zur systematischen Erfassung der medizinischen, funktionellen und psychosozialen Ressourcen und Defizite betagter Patienten. Dabei werden verschiedene Assessmentinstrumente genutzt, die in unserer Klinik regelmäßig angewandten sind unten aufgeführt. Auf dieser Grundlage wird ein umfassender Plan zur weiteren ganzheitlichen Behandlung und Betreuung aufgestellt.

Chair-rising-Test > 12 Sekunden - Kraftminderung mit erhöhter Sturzgefahr
Timed up and go Test <10 Sekunden Alltagsmobilität uneingeschränkt,
11 - 19 Sekunden - geringe Mobilitätseinschränkung, i.d.R. ohne Alltagsrelevanz,
20 - 29 Sekunden - abklärungsbedürftige, funktionell relevante Mobilitätseinschränkung,
> 30 Sekunden - ausgeprägte Mobilitätseinschränkung, i.d.R. Interventions-/Hilfsmittelbedarf
Balance-Test Breiter Stand = 1
Romberg Stand = 2
Semitandem Stand = 3
Tandem Stand = 4
Kein Stand möglich = 0
Tinetti-Test unter 20 Punkten: erhöhtes Sturzrisiko
unter 15 Punkte: deutlich erhöhtes Sturzrisiko
Uhren-Test ab 4 Fehlerpunkten Interpretation als auffällige Einschränkungen
GDS 0 - 5 Punkte - unauffällig
? 6 Punkte - depressive Störung wahrscheinlich
MMST 24 - 30 Punkte: keine oder leichte kognitive Funktionseinschränkung
17 - 23 Punkte: mittlere kognitive Funktionseinschränkung
0 - 16 Punkte: schwere kognitive Funktionseinschränkung
Demtec > 12 Punkte - altersgemäße kognitive Leistung
9-12 Punkte - leichte kognitive Störung
< 9 Punkte - deutlicher Verdacht auf dementielles Syndrom
Geldzähltest < 45 Sekunden: Selbständigkeit
45 – 70 Sekunden: Risiko für Hilfsbedürftigkeit
> 70 Sekunden: erhebliche Hilfsbedürftigkeit
ATL-18 Der ATL-18-Index beschreibt den Hilfebedarf des Patienten in unterschiedlichen Bereichen. Dabei steht „1“ für komplette Abhängigkeit und „7“ für vollständige Selbständigkeit.

A: Essen/Trinken, B: Körperpflege, C: Baden/Duschen, D: Ankleiden Oberkörper, E: Ankleiden Unterkörper, F: Toilettenhygiene, G: Blasenkontrolle, H: Darmkontrolle, I: Transfer Bett/Stuhl, J: Transfer Toilettensitz, K: Transfer Wanne/Dusche, L: Gehen/Rollstuhlfahren, M: Treppensteigen, N: Verstehen, O: Ausdruck, P: Soziales Verhalten, Q: Problemlösung, R: Gedächtnis

motorischer Teil (nach ICD -10 GM)
  • 13 - 42 Punkte: sehr schwere bis schwere praktisch-motorische Einschränkungen

  • 43 - 68 Punkte: mittelschwere bis mittlere praktisch-motorische Einschränkungen

  • 69 - 91 Punkte: leichte bis keine praktisch-motorischen Einschränkungen


kognitiver Teil (nach ICD -10 GM)
  • 30 - 35 Punkte: keine oder leichte kognitive Funktionseinschränkungen

  • 11 - 29 Punkte: mittlere kognitive Funktionseinschränkungen

  • 5 - 10 Punkte: schwere kognitive Funktionseinschränkungen


Weiterführende Informationen finden Sie z. B. auf der Homepage des Kompetenzzentrums Geriatrie
(http://www.kcgeriatrie.de/infoservice.htm)