Demenz und Rehabilitation

Im Rahmen der geriatrischen Rehabilitation stellt die Zunahme der Zahl von Patienten, die an Demenz erkrankt sind, eine immer höhere Anforderung an das Behandlungsteam.

Als Demenz wird eine Störung der Hirnleistung bezeichnet, die zu Defiziten in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten führt und eine Beeinträchtigung von sozialen und beruflichen Funktionen bedingt.

Die Demenz ist fast ausschließlich eine Krankung des geriatrischen Patienten. Von allen Demenzpatienten sind mehr als 97 % über 65 Jahre alt. Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Erkrankungshäufigkeit massiv an. Von allen 70-jährigen sind ca. 9,6 % an Demenz erkrankt, von den 80-jährigen sind es 19,5 % und von den 90-jährigen 34,6 %. In den kommenden Jahren wird die weiter zunehmende Lebenserwartung dazu führen, dass die Anzahl der über neunzigjährigen Menschen in der Bundesrepublik erheblich wächst. Dies begründet auch das merkliche Ansteigen der Demenzpatienten.

Für die Rehabilitation hat das entsprechende Auswirkungen: Im Vergleich zu nicht-dementen geriatrischen Patienten sind Demenzerkankte bei Aufnahme zu einer Rehabilitation wegen der gleichen Erkrankung z.B. Schenkelhalsbruch, sehr viel mehr in ihrer Fähigkeit zur Alltagsbewältigung eingeschränkt. Mit anderen Worten: Demenzerkrankte beginnen eine Rehabilitation mit schlechteren Ausgangsbedingungen wie vergleichbare Alterspatienten ohne Demenz. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Rehabilitation Demenzerkrankter in den nächsten Jahren große Bedeutung erlangen wird. Schon heute leidet über ein Drittel aller Patienten, die eine geriatrische Rehabilitationsbehandlung erhalten, unter einer Demenz.

Dieser Entwicklung zollen die Träger der geriatrischen Rehabilitationskliniken bereits heute Rechnung. Die Behandlungskonzepte werden auf die Bedürfnisse der Demenzerkrankten abgestimmt und weiterentwickelt. Die Auswertung verschiedener Datenbanken bestätigt die Richtigkeit dieser Planung. Sowohl die Ergebnisse der geriatrischen Rehabilitation aus Bayern wie auch aus Baden-Württemberg unterstreichen, dass Demenzerkrankte bezüglich Mobilität und Alltagsfähigkeit profitieren, was sich in geminderter Pflegebedürfigkeit und in weniger Heimunterbringungen zeigt. Zwangsläufig bedeutet dies, dass ein demenzerkrankter Mensch mit eingeschränkter Mobilität oder Alltagskompetenz nach Akuterkrankung eine geriatrische Rehabilitation erhalten muss. Dieser Anspruch ist nicht nur Ausdruck menschenwürdiger Medizin, sondern auch volkswirtschafltiche Notwendigkeit.